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5 einfache Tipps für eine langfristige Yogaroutine

Wie oft hast du dir schon vorgenommen, regelmäßig(er) Yoga zu praktizieren? Egal, ob du noch keine Routine in der Richtung etabliert hast oder du es schon mehrmals (temporär) geschafft hast, heute teile ich aus meiner Perspektive als Yogalehrerin 5 Tipps mit dir, wie es endlich langfristig und nachhaltig mit der Yogapraxis klappt.

1. Überlege dir, warum du eine Yogaroutine brauchst

Bevor wir überhaupt darüber sprechen, wie du es erfolgreich auf die Matte schaffst, überleg dir erstmal, warum du eine Yogaroutine überhaupt brauchst und möchtest? Welches Gefühl hast du, wenn du auf der Matte bist? Wie geht es dir nach deiner Praxis? Wie fühlt sich dein Körper an und wie geht es dir den restlichen Tag über?

Auch wenn du jetzt ein paar Ideen zu den jeweiligen Fragen hast, würde ich dir empfehlen, diese Fragen schriftlich zu beantworten. Zum einen verfestigt das Gedanken nochmal und wir verarbeiten Geschriebenes auch anders als bloß Gedachtes. Zum anderen kannst du dir deine Antworten immer wieder vor Augen führen (im wahrsten Sinne des Wortes) und manchmal fällt mir beim Schreiben auch noch mehr auf, als wenn ich nur dazu reflektiere.

Wenn du einen Schritt weiter gehen möchtest, sprich mit einer Person deines Vertrauens darüber. Erzähle ihr, welche Rolle Yoga für dich spielt. Vielleicht tauschst du dich auch über deine bisherigen Hürden und Hindernisse aus und ihr findet gemeinsam Lösungen dafür. Oft geht es dem Gegenüber genauso oder es kennt die Situation. Auch das verinnerlicht unser Vorhaben auf einer tieferen Ebene und du holst dir die Thematik immer mehr in dein Bewusstsein.

2. Starte ganz klein und realistisch

So, nun hast du dir überlegt, warum du mit dieser Routine starten möchtest, dann geht’s jetzt ans Planen. Bei diesem Schritt kann man auch den klassischen „Fehler“ machen, zu motiviert an die Sache heranzugehen. Ja, du hast richtig gehört, ZU motiviert. Nehmen wir mal an, du würdest gerne jeden Tag 30 Minuten Yoga machen. Innerhalb von 24h ist das vielleicht nicht so viel, sogar etwa 2% deiner Zeit. Das wirkt wenig, aber du schläfst ja vielleicht 8h, bist 7-9h auf der Arbeit und dann bleiben dir unter der Woche nur noch 8h. Dann musst du noch essen, kochen, einkaufen, putzen etc. einbauen und dann bleibt dir nur noch deutlich weniger Zeit übrig.

Davon sind 30 Minuten dann deutlich mehr. Und, wenn du auch darüber nachdenkst, ist eine halbe Stunde am Tag 30 Minuten mehr als du sonst auf der Matte bist. Das ist ein beachtlicher Anstieg deiner Yogapraxis. Das geht vielleicht ein paar Tage gut, aber spätestens an stressigen Tagen (und wir wissen alle, die werden kommen) wird es dann doch zu knapp. Ironischerweise sind das genau die Tage, an denen dir deine Yogaroutine eine besondere Stütze ist.

Also, wie gehen wir vor? Starte wirklich klein und fokussiere dich erstmal darauf, die Routine überhaupt zum Leben zu erwecken. 3-5 Minuten sind am Anfang völlig ausreichend und auch in stressigen Tagen viel, aber machbar. Ich sage zu meinen Teilnehmer*innen immer:

„Alles ist mehr als nichts!“

Sage ich meinen skeptischen Teilnehmer*innen

Dann überlege dir, wann du die Routine etablieren möchtest. Der Klassiker ist morgens oder abends, aber vielleicht hast du die Ruhe einfach besonders in deiner Mittagspause. Keine*r kennt deinen Tag so gut wie du, also bist du auch Experte*in darin, was für dich am besten ist.

Denk auch darüber nach, was du denn zu Beginn priorisieren möchtest. Bewegung, Meditation oder Atmung? Oder du schaust spontan, wonach dir ist. Manchmal kann es hilfreich sein, sich schon mal einen Plan zu machen, aber das ist ganz dir überlassen.

3. Lass dich von Unterbrechungen nicht beirren

Unterbrechungen sind Teil des Alltags. Natürlich würden wir uns alle darüber freuen, 100% der Tage das geschafft zu haben, was wir uns vorgenommen haben, aber das ist nun mal für 99% der Menschheit nicht der Fall. Urlaube, Krankheit oder Ausnahmezustände sind nun mal auch Teil des Lebens und können dazu führen, dass wir aus unserer Routine kommen. Lass dich davon aber nicht beirren.

Wenn du dir überlegt hast, warum dir diese Routine so wichtig ist und du realistisch und minimalistisch geplant hast, sollte es dir auch leicht(er) fallen, den Weg wieder zu ihr zurückzufinden. Es kann sein, dass du erstmal wieder bei deinem zeitlichen Minimum einsteigst, was auch völlig in Ordnung ist. Hauptsache, du findest deinen Weg wieder. Manchmal kann es auch helfen, wenn wir an einem Montag oder Monatsanfang wieder da ansetzen, wo wir aufgehört haben. Über Routinen im Allgemeinen habe ich auch schon mal ausführlich geschrieben, du kannst gerne hier reinlesen.

4. Überlege dir einen Notfallplan

Solltest du trotz allem Schwierigkeiten haben, in deinen gewohnten Rhythmus zu kommen oder überhaupt damit Probleme haben, eine Yogaroutine zu etablieren, dann hilft dir ein Notfallplan dabei. Den schmiedest du am besten schon frühzeitig, also bevor es überhaupt soweit kommt.

Hier sind ein paar Aspekte, die ein guter Notfallplan beinhalten sollte:

  • Welche geleiteten Yogavideos helfen dir?
  • Was macht dir besonders und am meisten Spaß?
  • Was hindert dich daran, zu starten? (Ansprüche, Erwartungen, mangelnde Inspiration)

Halte dir dabei immer vor Augen, warum du überhaupt auf die Matte möchtest. Und, denk daran, alles ist mehr als nichts. Auch 1 Minute, so wenig das auch scheinen mag. 1 Minute jeden Tag sind aufs Jahr gerechnet immerhin schon 365 Minuten, das sind 6 Stunden.

Sollten deine Erwartungshaltungen zu hoch sein, erlaube dir, das zu tun, was dir Spaß macht. Du bist müde? Dann leg dich hin und praktiziere aus der Rückenlage. Du wolltest Kopfstand üben, aber fühlst dich total schlapp? Dann wird die geplante Praxis zu Yin Yoga. Denk daran, dass jede Yogapraxis ihren Mehrwert hast, du kannst also gar nichts tun, was sich nicht positiv auf deine mentale und körperliche Gesundheit auswirkt, solange du dabei auf deine Grenzen achtest. Außerdem ist körperliches Yoga nicht alles.

5. Entdecke ganzheitliches Yoga

An Tagen, die sehr hektisch sind und der Körper und Geist müde sind, kann die Matte manchmal fast schon einen abschreckenden Effekt haben. Aber das ist auch kein Problem, denn Yoga ist schließlich viel, viel mehr als nur Bewegung. Wenn du mal schnell oder sehr früh das Haus verlassen hast, kannst du dich trotzdem noch den Tag über, abseits der Matte, deiner Yogaroutine widmen. Die Lösung lautet nämlich ganzheitliches Yoga.

Wenn du tiefer in die yogische Philosophie eintauchst, wirst du feststellen, dass auch unsere Gedanken und Handlungen Teil von Yoga sind. Du kannst dich zum Beispiel in Ahimsa, dem Akt der Gewaltlosigkeit, üben und zum Beispiel auf deine Wortwahl achten. Oder du praktizierst ein Dankbarkeitsritual und schreibst dir eben mal auf dem Handy auf, während du im Bus sitzt, wofür du im Moment dankbar bist. Das erweitert nicht nur dein Verständnis von Yoga, sondern bringt deine Yogaroutine auch auf das nächste Level.

In meinen Augen ist eine ganzheitliche Yogaroutine auch der einzige Weg, langfristig Yoga zu praktizieren und entsprechende Routinen zu etablieren.

Fazit

Um eine nachhaltige und auch langfristige Yogaroutine zu etablieren, ist es wichtig, dass du dir vor Augen führst, warum der Wunsch dafür überhaupt besteht. Welchen Mehrwert hat Yoga für dich als Individuum? Wenn du dir dazu Gedanken gemacht hast, überlege dir, wie viel Zeit du deiner Praxis zu Beginn einräumen möchtest. Weniger ist hier mehr, also starte gerne mit wenigen Minuten am Tag. Du kannst das immer noch ausbauen, wenn die Gewohnheit erst Teil deines Lebens ist.

Wenn du mal aus der Routine kommst – und das wird irgendwann nun mal passieren – lass dich davon nicht beirren. Steig da ein, wo du aufgehört hast, oder fang wieder von vorne an und nimm dir nur wenig Zeit. Alles ist mehr als nichts, auch wenn du mit einer Minute startest. Schmiede dir gerade auch für diese Zeiten oder für Tage, an denen du einfach keine Lust hast, einen sogenannten Notfallplan. Hier kannst du Praktiken einbauen, die dir richtig Spaß machen oder du legst dir ein paar geleitete Videos zurecht.

Abschließend finde ich es sehr wichtig, dass wir uns nochmal bewusst werden, dass Yoga eben mehr ist als nur Bewegung auf der Matte. Du kannst genauso gut unterwegs Dankbarkeit üben oder deine Gedanken und Worte beobachten. Das ermöglicht dir nicht nur, Yoga überall zu praktizieren, sondern stärkt dich auch in deiner persönlichen Weiterentwicklung.

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