In einer Welt, die uns ständig bestimmte Schönheitsideale vorgibt, kann es eine echte Herausforderung sein, den eigenen Körper zu akzeptieren und zu lieben – besonders wenn er nicht den gängigen Normen entspricht. Doch Selbstliebe ist keine Frage des Gewichts oder der Größe. In diesem Beitrag erfährst du, wie du unabhängig von deiner Körperform ein positives Selbstbild entwickeln und Selbstliebe praktizieren kannst. Wir betrachten dabei das Thema aus einer gewichtsneutralen Perspektive, die das Wohlbefinden und die Gesundheit in den Mittelpunkt stellt.
Zu diesem Thema habe ich auch in meinem Podcast ein Interview geführt, da kannst du gerne mal reinhören.
Was bedeutet Selbstliebe?
Selbstliebe ist die Fähigkeit, sich selbst bedingungslos zu akzeptieren und zu lieben. Es geht darum, freundlich und respektvoll mit sich selbst umzugehen, sich selbst wertzuschätzen und sich um das eigene Wohlbefinden zu kümmern. Selbstliebe bedeutet auch, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und sich selbst so zu behandeln, wie man eine geliebte Person aus seinem Umfeld behandeln würde.
Selbstliebe ist die Grundlage für ein gesundes und erfülltes Leben. Wenn wir uns selbst lieben und akzeptieren, können wir bessere Entscheidungen für unser Wohlbefinden treffen, gesündere Beziehungen führen und uns selbstbewusster und glücklicher fühlen. Selbstliebe hilft uns auch, mit den Herausforderungen des Lebens besser umzugehen und widerstandsfähiger gegenüber Stress und negativen Einflüssen zu sein.
Aber das Wort „Liebe“ ist für viele Menschen ganz schön groß, das kann ich verstehen. Für mich liegen Begriffe wie „Respekt“, „Akzeptanz“ oder „Wertschätzung“ auf derselben Ebene wie Selbstliebe. Vielleicht willst du diesen Beitrag also mit einem dieser Begriffe lesen und ihn mit dem der „Liebe“ austauschen, das ist auch völlig in Ordnung.
Gewichtsneutrale Perspektive
Eine gewichtsneutrale Perspektive bedeutet, dass der Fokus nicht auf dem Gewicht oder der Körperform liegt, sondern auf dem Wohlbefinden und der Gesundheit. Es geht darum, sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist, und sich auf die Dinge zu konzentrieren, die einem guttun, unabhängig von der Zahl auf der Waage. Diese Herangehensweise hilft dabei, ein positives Selbstbild zu entwickeln und sich selbst wertzuschätzen.
Gewichtsneutrales Engagement fängt bereits bei der Sprache an. So sprechen wir nicht von Über-, sondern Mehrgewicht. Dick oder fett sind keine negativ-konnotierten Begriffe oder gar Schimpfwörter, sondern einfach neutrale Adjektive. Deshalb geht es mir in meiner Ernährungstherapie auch nicht um Zahlen wie BMI oder Gewicht, sondern vielmehr um das individuelle Wohlbefinden.
Selbstliebe im dicken Körper: Praktische Tipps und Strategien
1. Achtsamkeit und Selbstwahrnehmung
Achtsamkeit ist ein wichtiger erster Schritt zur Selbstliebe. Sie hilft dir, bewusster mit dir selbst und deinem Körper umzugehen und negative Gedankenmuster zu erkennen und zu verändern.
- Tipp: Nimm dir täglich ein paar Minuten Zeit für Achtsamkeitsübungen. Setze dich an einen ruhigen Ort, schließe die Augen und konzentriere dich auf deinen Atem. Spüre, wie die Luft in deinen Körper ein- und ausströmt, und nimm alle Empfindungen wahr, ohne sie zu bewerten. Diese Übung kann dir helfen, im Moment zu sein und eine liebevolle Verbindung zu deinem Körper aufzubauen.
Achtsamkeit bedeutet auch, auf die Signale deines Körpers zu hören und seine Bedürfnisse zu respektieren. Das kann bedeuten, auf Hunger- und Sättigungssignale zu achten, genug zu schlafen und Pausen einzulegen, wenn du sie brauchst. Teste gerne mein Online Yoga Studio für 14 Tage kostenlos, um dir deine tägliche Dosis Achtsamkeit in deinen Alltag zu holen.
2. Positive Selbstgespräche
Die Art und Weise, wie wir mit uns selbst sprechen, hat einen großen Einfluss auf unser Selbstbild. Negative Selbstgespräche können das Selbstwertgefühl untergraben und zu einem negativen Körperbild beitragen.
- Tipp: Achte auf deine Gedanken und ersetze negative Selbstgespräche durch positive und unterstützende Aussagen. Anstatt zu denken: „Ich bin nicht gut genug“, sage dir: „Ich bin wertvoll und liebenswert, so wie ich bin.“ Schreibe positive Affirmationen auf und wiederhole sie täglich, um dein Selbstbild zu stärken.
Es kann hilfreich sein, ein Tagebuch zu führen, in dem du positive Erfahrungen und Gedanken festhältst. So kannst du dich auf die Dinge konzentrieren, die gut laufen, und ein positives Selbstbild entwickeln. Hier findest du noch mehr solcher praktischen Tipps.
3. Körperakzeptanz üben
Körperakzeptanz bedeutet, deinen Körper so zu akzeptieren, wie er ist, und ihn für all das zu schätzen, was er für dich tut. Es geht darum, eine positive und respektvolle Beziehung zu deinem Körper aufzubauen, denn oft schauen wir vor allem darauf, was er nicht kann.
- Tipp: Mach dir bewusst, welche unglaublichen Dinge dein Körper jeden Tag leistet. Er ermöglicht dir, zu atmen, zu gehen, zu lachen und zu leben. Versuche, dich auf die Funktionen deines Körpers zu konzentrieren, anstatt auf sein Aussehen. Praktiziere Dankbarkeit für deinen Körper und alles, was er für dich tut.
Betrachte dich selbst im Spiegel und nimm dir Zeit, die Dinge an dir zu schätzen, die du magst. Das kann anfangs ungewohnt sein, aber mit der Zeit kann es dir helfen, eine positive Einstellung zu deinem Körper zu entwickeln. Probiere auch, dein Spiegelbild dabei anzulächeln. Oder du schreibst eine Liste mit allen Dingen, die du gerne an dir magst, die aber nichts mit deinem Körper zu tun haben.
4. Gesunde Gewohnheiten entwickeln
Selbstliebe bedeutet auch, sich um das eigene Wohlbefinden zu kümmern. Dazu gehört, gesunde Gewohnheiten zu entwickeln, die dir guttun und dein Wohlbefinden fördern.
- Tipp: Finde Bewegungsformen, die dir Spaß machen und dich gut fühlen lassen. Das kann Tanzen, Yoga, Schwimmen oder Spazierengehen sein. Es geht nicht darum, Kalorien zu verbrennen oder Gewicht zu verlieren, sondern darum, Freude an der Bewegung zu haben und deinen Körper zu stärken.
Achte auf eine ausgewogene Ernährung, die dir Energie gibt und dich nährt. Iss, was dir schmeckt und was deinem Körper guttut, ohne dich dabei zu restriktiv zu sein oder dir bestimmte Lebensmittel zu verbieten – genau das ist auch die Grundlage von intuitivem Essen. Leider verbinden wir Bewegung oft damit, unseren Körper vermeintlich zu formen. Dabei haben viele von uns sich als Kind gerne bewegt, einfach nur, weil es uns Spaß gemacht hat. Versuche, diesen Spaß-Faktor wiederzufinden.
5. Selbstfürsorge praktizieren
Selbstfürsorge ist ein wesentlicher Bestandteil der Selbstliebe. Sie bedeutet, sich Zeit für sich selbst zu nehmen und Dinge zu tun, die einem guttun und Freude bereiten.
- Tipp: Plane regelmäßig Zeit für dich selbst ein, um Dinge zu tun, die dir Freude bereiten und dich entspannen. Das kann ein warmes Bad, ein Spaziergang in der Natur, das Lesen eines guten Buches oder das Hören deiner Lieblingsmusik sein. Selbstfürsorge bedeutet auch, Grenzen zu setzen und Nein zu sagen, wenn du dich überfordert fühlst.
Nimm dir Zeit für regelmäßige Entspannungsübungen wie Meditation oder Atemübungen, um Stress abzubauen und dein Wohlbefinden zu fördern. Diese Übungen können dir helfen, eine tiefere Verbindung zu dir selbst und deinem Körper aufzubauen.
6. Medien kritisch betrachten
Die Medien haben einen großen Einfluss auf unser Selbstbild und unsere Wahrnehmung von einem vermeintlichen Körperideal. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass die in den Medien dargestellten Schönheitsideale oft unrealistisch und unerreichbar sind und unsere Gesellschaft überhaupt nicht repräsentieren.
- Tipp: Sei kritisch gegenüber den Bildern und Botschaften, die in den Medien vermittelt werden. Frage dich, ob sie realistisch sind und ob sie dir guttun. Folge in den sozialen Medien Menschen und Seiten, die eine positive Einstellung zu Körpern aller Formen und Größen fördern und dich inspirieren.
Reduziere den Konsum von Medien, die dich negativ beeinflussen, und konzentriere dich stattdessen auf Inhalte, die dich stärken und motivieren. Fülle deine Feeds mit positiven und inspirierenden Botschaften, die deine Selbstliebe unterstützen. Schau gerne auf meinem Instagram-Profil vorbei, um zum einen gewichtsneutralen Content vermittelt zu bekommen, aber auch, um dich zum anderen von meinen gefolgten Accounts inspirieren zu lassen.
Die Rolle der Selbstakzeptanz
Selbstakzeptanz ist ein zentraler Aspekt der Selbstliebe. Es bedeutet, sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist, mit all unseren „Stärken“ und „Schwächen“. Selbstakzeptanz hilft uns, eine positive Beziehung zu uns selbst aufzubauen und uns selbst wertzuschätzen. Das Leben ist schlichtweg zu kurz, um sich nicht selbst zu akzeptieren. Für viele ist es zudem leichter, sich zu akzeptieren, denn es ist ein neutralerer Begriff als „Liebe“.
- Tipp: Praktiziere Selbstakzeptanz, indem du dir selbst gegenüber geduldig und nachsichtig bist. Erkenne an, dass du nicht perfekt sein musst, um wertvoll und liebenswert zu sein. Akzeptiere dich selbst so wie du bist. Stell dir nur vor, du verbringst den Rest deines Lebens damit, dich selbst zu verändern. Es wäre einfach schade um die verlorene Zeit.
Feiere deine Erfolge und Fortschritte, egal wie klein sie auch sein mögen. Sei stolz auf dich selbst und erkenne an, was du erreicht hast. Selbstakzeptanz bedeutet auch, sich selbst zu vergeben und aus Fehlern zu lernen.
Fazit: Dein Weg zu mehr Selbstliebe im dicken Körper
Selbstliebe ist ein lebenslanger Prozess, der Geduld und Übung erfordert. Es geht darum, sich selbst so zu akzeptieren und zu lieben, wie man ist, unabhängig von der Körperform oder -größe. Durch Achtsamkeit, positive Selbstgespräche, Körperakzeptanz, gesunde Gewohnheiten, Selbstfürsorge, Unterstützung und eine kritische Betrachtung der Medien kannst du eine liebevolle und positive Beziehung zu dir selbst entwickeln.
Diese Veränderung wird auch nicht von heute auf morgen passieren. Sei geduldig mit dir selbst und sei dankbar, dass du jetzt hier bist und erste Schritte in Richtung Körperakzeptanz gehst. Dieser Weg ist nicht immer leicht sein, gerade wenn man in einem marginalisierten Körper lebt, denn leider ist unsere Gesellschaft sehr fettphobisch. Nichtsdestotrotz hat jeder Körper es verdient, gesehen, geschätzt und geliebt zu werden – auch deiner! Darum: Danke, dass du da bist. Du bist wertvoll und liebenswert, genau so, wie du bist.
Wenn du tiefer in die Welt der Körperakzeptanz mit intuitivem Essen eintauchen möchtest, dann schau doch mal bei meinem Gruppenkurs zum intuitiven Essen vorbei.