Hast du stetig an deinem Körper etwas auszusetzen? Wie wäre es, wenn du dich stattdessen mit deinem Körper anfreundest und ihn eventuell sogar lernst zu respektieren? Dafür hab ich 7 simple und alltägliche Tipps für dich, wie du Frieden mit deinem Körper schließen kannst.
Warum Körperrespekt wichtig ist
Wir alle haben einen Körper. Doch die wenigsten von uns sind mit ihm zufrieden, wie er ist. Wir empfinden den Körper als zu klein, zu groß, zu dick, zu dünn, zu rund, zu weich, zu wenig muskulös, usw. Tagein, tagaus stecken wir wertvolle Energie hinein, ihn zu verändern und vermeintlich zu optimieren. Ihn so zu formen, wie er nach gesellschaftlichen Standards zu sein hat. Doch, wohin soll das alles führen? Was, wenn wir ihn nun mal nicht so formen können, wie wir es gerne wollen?
Und wo bleibt die Individuelle Vielfalt dabei? Der körperliche Druck ist trotz des Anstiegs an Diversität vielleicht so groß wie noch nie. Es wird so getan, als waren alle Menschen für eine Einheitsgröße gemacht. Auch ich hatte einige Schwierigkeiten, mit meinem Körper Frieden zu schließen – doch ich bin auf einem guten Weg mittlerweile. Sei es meine Körperbehaarung, meine Pigmentstörung, die sich frei ausbreitet, oder das Volumen meines Körpers, das im Vergleich zu vor 10 Jahren zugenommen hat – mir viel es anfangs schwer, meinen Körper so zu akzeptieren, wie er ist. Doch was bringt es, wenn wir Krieg im eigenen Körper führen, wenn der friedliche Weg so viel sinnvoller wäre?
Deshalb ist Körperrespekt so wertvoll und wahrscheinlich wichtiger denn je zuvor. Dabei wollen wir den Körper respektieren und schätzen lernen. Wir respektieren damit unsere individuelle Größe, Körperform und die Fähigkeiten unseres Körpers. Da Respekt ein relativ neutraler Begriff ist, im Vergleich zu Liebe beispielsweise, ist das für viele Menschen eine zugänglichere Herangehensweise, da wir etwas oder jemanden respektieren können, ohne es oder ihn notwendigerweise zu mögen.
Körperresepekt zeigt sich in der Wertschätzung des Körpers. Indem wir uns bewusst machen, was der Körper alles leistet und den Blick weg davon lenken, was uns noch fehlt oder was uns stört. Denn was bringt es, wenn wir unsere gesamte Lebensenergie darauf verschwenden, nur um einem unrealistischen Ziel und vermeintlichem Ideal nachzueifern, wenn wir stattdessen im Hier und Jetzt mit dem Körper Frieden schließen könnten.
Klingt gut, oder? Finde ich auch. Darum zeige ich dir, wie auch du dorthin kommen kannst – mit 7 einfachen Tipps.
1.) Schmeiß die Waage weg
Viele definieren ihren Selbstwert und Gesundheitsstatus über ihr Gewicht. Doch was sagt das Gewicht eigentlich aus? Bist du mehr wert, wenn du weniger wiegst oder dein vermeintliches „Wunschgewicht“ erreicht hast? Und was, wenn du nie dorthin kommst? Das einzige, was anhand dieser Fixierung leidet, ist dein Selbstwertgefühl.
Zum einen sind Schwankungen des Gewichts, beispielsweise bei Menstruierenden, total normal, und zum anderen sagt die Waage auch nichts über die Zusammensetzung unseres Körpers aus. Auch wenn es Modelle gibt, die so etwas anzeigen können, ist das keine zuverlässige Maßnahme. Davon abgesehen, was sagt eine Zahl schon über den Wert aus? Vielleicht macht es dir gerade Spaß, ins Fitnessstudio zu gehen und die Kraft deines Körpers zu spüren – was auch eine Form von Körperrespekt ist – und dann verdirbt dir die Waage den Spaß, weil dein Körper dank der Muskeln schwerer ist.
Die Lösung? Räum, oder besser, schmeiß die Waage weg. Du brauchst sie nicht. Schenk dir stattdessen eine Umarmung und zeige deinem Körper Wertschätzung durch Berührung. Dein Gewicht sagt nichts über deine Gesundheit aus und zieht dich am Ende nur runter. Und dafür ist das Leben einfach zu kurz.
2.) Befreunde dein Spiegelbild
Der Spiegel ist, ähnlich wie die Waage, für viele ein Feindbild. Im Gegensatz zur Waage hat der Spiegel aber einen deutlicheren Mehrwert, denn wir können ihn zu unseren Gunsten nutzen. Wie, fragst du? Indem wir weg von sogenannten Body Checks gehen, also wo wir den Körper von allen Seiten kritisch betrachten, den Bauch einziehen und all sowas. Stattdessen ist meine Empfehlung, dein Spiegelbild immer anzulachen.
Vielleicht ist es nur ein schüchternes oder eher höfliches Lächeln – grade wenn du noch keine liebevolle Beziehung zu deinem Körper hast. Darum sprechen wir ja von Körperrespekt und nicht gleich von Selbstliebe, auch wenn das natürlich schön wäre. Denk einfach beim nächsten Toilettengang daran. Da wird dich auch niemand beobachten und es bleibt dein kleines Geheimnis.
Wenn lächeln für dich nicht in Frage kommt, kleb dir ein Post-It-Note auf den Spiegel mit deinem Lieblingsmantra (siehe unten). So schulst du langsam deine negativen Glaubenssätze zu deinem Körperbild um und schaffst mehr Raum für Akzeptanz und Wertschätzung.
3.) Meditiere
Hast du auch das Gefühl, dass Meditation fast in jeder Liste, die etwas Gutes verspricht, auftaucht? Das kommt aber nicht von mangelnden Ideen, sondern daher, dass Meditation soviel in uns bewirkt. Es ist ein erster Schritt zu mehr Achtsamkeit. Wenn wir achtsamer werden, nehmen wir auch unser Körperbild anders wahr. Wir spüren den Körper und können auch wahrnehmen, wie es ihm grade geht. Das alles beeinflusst deine innere Wahrnehmung und damit auch deine Haltung zu deinem Körper. Wir lernen dabei auch, die gesellschaftlichen Erwartungen von uns abzugrenzen und mehr zu uns selbst zu finden.
Schon 3-5 Minuten am Tag können dich innerlich zentrieren und dir dabei helfen, dass du dich nicht mehr so sehr von außen beeinflussen lässt. Alternativ kannst du auch nur dann meditieren, wenn du merkst, dass du wieder in alte Muster verfällst, die deinen Körperrespekt nicht fördern. Dann kannst du zum Beispiel nach einer geleiteten Meditation suchen und dafür länger meditieren.
4.) Führe ein Körper-Dankbarkeitstagebuch
Journaling und Dankbarkeitstagebücher sind dir vielleicht schon ein Begriff, aber wir wollen hier noch einen Schritt weiter gehen und den Blick auf den Körper lenken. Das muss alles nicht kompliziert sein. Du kannst dir jeden Abend beispielsweise die Frage stellen: Wofür bin ich meinem Körper heute dankbar? Wenn dir spontan darauf keine Antwort einfällt, habe ich ein paar Inspirationen gesammelt:
- Ich bin dankbar, dass mein Körper mich heute behutsam durch den Tag gebracht hat
- Ich bin dankbar, dass mein Körper mich auch in fordernden Zeiten unterstützt
- Ich bin dankbar für den Schutz, den mir mein Körper täglich bietet
- Ich bin dankbar, dass mein Körper immer für mich da ist, auch wenn ich ihn nicht immer dafür schätze
- Ich bin dankbar, dass ich meine Kinder/meine Einkäufe tragen kann etc.
Das klingt vielleicht alles etwas gestelzt und komisch, aber wenn wir uns solche Sätze und Gedanken verinnerlichen, dann werden wir uns auch bald entsprechend verhalten und lernen, den Körper mehr zu schätzen. Schreib deine Antworten am besten auf, das verinnerlicht das Ganze gleich nochmal besser.
5.) Praktiziere achtsames Yoga
Die körperliche Praxis des Yogas hilft dir dabei, Kontakt zu deinem Körper aufzunehmen. Du lernst, deinen Körper zu spüren und wahrzunehmen. Statt dich darüber zu ärgern, dass du nicht so beweglich bist, wie du vielleicht gerne wärst, legen wir den Fokus hier auf Kraft und allgemeine körperliche Wahrnehmung. Deine Wahrnehmung wird dahin gelenkt, wo eine Bewegung oder eine Haltung im Körper zu spüren ist. Vielleicht verändert sich unser Blick sogar mit der Zeit hin zu Selbstliebe und Wertschätzung für den eignen Körper. Denn das ist das Tolle an dem Yogaweg: wir wissen nie, wo er uns hinführen wird.
Probiere es doch mal aus, beispielsweise mit einer achtsamen Yogapraxis für Nacken & Schultern. Für mehr Live Yoga und exklusive On-Demand-Inhalte, teste doch einfach mal mein Freedom Yoga Studio für 7 Tage kostenlos. Körperrespekt ist in jeder meiner Stunden präsent – ob implizit oder explizit.
6.) Plane Entspannungspausen ein
Ein entspannter Körper ist ein glücklicher Körper. Und wahrscheinlich fällt es dir auch leichter, deinen Körper zu akzeptieren, wenn er nicht immer unter Strom steht. Darüber hinaus ist Entspannung ein fixer Bestandteil von Selbstfürsorge und damit Teil deiner Psychohygiene – und all sie sorgen für mehr Selbstliebe und Akzeptanz. Ähnlich wie beim Meditieren geht es hier nicht darum, stundenlang zu entspannen. Vielmehr sind es die kleinen aber bewussten Momente, wie etwa 5 Minuten kurz die Beine hochlegen und nichts tun (auch kein Handy konsumieren).
Vielleicht kann das für dich ein guter Zugang zu mehr Körperrespekt sein. So oder so hat Entspannung eben auch einen großen Mehrwert, der sich positiv auf deinen Schlaf und dein Stressempfinden auswirkt. Worauf wartest du also noch, heute schon entspannt?
7.) Sprich täglich deine Mantras auf
Du hast wahrscheinlich schon gemerkt, dass es beim Thema Körperrespekt viel um kognitive Verschiebung oder auch Manipulation geht. Wir wollen negative Glaubenssätze rund um unser Körperbild mit positiven oder zumindest neutralen ersetzen. Mantras spielen dabei eine prägnante Rolle. In der Umsetzung suchst du dir ein Mantra aus, das bei dir besonders Anklang findet. Dann kannst du es dir aufschreiben und beispielsweise an den Spiegel oder deinen Laptop hängen – du kannst dich auch austoben und deine ganze Wohnung damit vollkleistern. Oder, wann immer du dich daran erinnerst, sagst du dir das Mantra innerlich auf. Vielleicht meditierst du 3 Minuten dazu und wiederholst es gedanklich dabei. Oder du sprichst es laut und betont aus.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, darum entscheide einfach, was am besten zu dir passt und ein klein wenig mehr Selbstliebe in deinen Alltag bringt. Hier sind die Mantra-Ideen
- Mein Körper ist richtig, so wie er ist
- Mein Körper definiert meinen Selbstwert nicht
- Ich bin dankbar für meinen Körper
- Ich muss nichts an mir verändern, um zu genügen
- Körperliche Vielfalt ist schön und wichtig
Ausblick
Ich hoffe, diese 7 Ideen konnten dir zeigen, dass es nicht kompliziert sein muss, mehr Körperrespekt und damit mehr Wertschätzung für dich selbst in deinen Alltag zu integrieren. Auch wenn diese 7 Tipps vielleicht auf den ersten Blick umfangreich erscheinen, kannst du mit ein 3 Minuten Mantra-Meditation und 5 Minuten Entspannung gleich drei Punkte abhacken. Dann lächelst du noch dein Spiegelbild regelmäßig an, wirfst deine Waage weg, meldest dich zu einer achtsamen Yogastunde an und schreibst abends in dein Körper-Dankbarkeitsbuch, und schon hast du alles erfolgreich angewandt.
Ich will aber auch nicht beschönigen, dass der Prozess immer einfach sein wird. Hier und da werden uns gesellschaftliche Hindernisse in den Weg gestellt – „wie kannst du mit deinem Körper denn zufrieden sein??“ – und es kann auch sein, dass du wieder in alte Muster verfällst. Lass dich davon nicht komplett vom Weg abbringen. Ich bin mir sicher, dass du deinen Weg gehen wirst und er dich zu mehr Körperrespekt, Wertschätzung und vielleicht auch Selbstliebe bringen wird!
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