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Mentaler Frühjahrsputz gefällig?

Der Frühling ist da, die Vögel zwitschern und die Natur ist fleißig am Blühen. Mit dem Aufwachen der Natur aus der Kälte des Winters geht auch oft der Frühjahrsputz einher. Doch neben Fenstern, dieser einen Schublade oder deiner Abstellkammer gibt es noch etwas, das sich über einen Frühjahrsputz freuen würde: deine psychische Gesundheit. Wie du das machen kannst, erzähle ich dir hier.

Welchen Vorteil hat ein mentaler Frühjahrsputz?

Der Nutzen einer gründlichen Reinigung des Wohnraums ist dir wahrscheinlich klar. Vor allem der befriedigende Effekt im Vorher-Nachher-Vergleich ist wirklich lohnenswert. Bei unserer psychischen Gesundheit geht es natürlich nicht so schnell und einfach, aber es lohnt sich wirklich langzeitig, hier mal ein wenig Ordnung zu schaffen. Das kann für Klarheit und innere Ruhe sorgen. Ähnlich wie ein unaufgeräumter Schreibtisch für mehr Stress sorgen kann, ist es bei unserem Innenleben ähnlich.

In dieser Umbruchszeit im Frühling kann es uns manchmal leichter fallen, neue Gewohnheiten zu etablieren oder mit alten eben zu brechen. Plötzlich wirkt der Spaziergang sogar attraktiv, im Vergleich zu den kalten, grauen Wintertagen. Jetzt ist eine super Gelegenheit, eine kleine Spazier-Routine zu starten, die du dann, mit 9 Monaten Training und Erfahrung, auch leichter den Winter über aufrechterhältst. Im Allgemeinen ist es aber auch völlig in Ordnung, wenn wir uns die Jahreszeiten über anders verhalten, ähnlich wie die Natur. Ich gehe beispielsweise nur im Sommer im Freibad schwimmen. Im Winter in der Halle reizt es mich einfach nicht.

So geht innere Reinigung

Mit innerer Reinigung meine ich aber keine Detox oder andere Wellness-Versprechen, die nur die Geldtasche leerräumen. Innere Reinigung in diesem Kontext bedeutet, zu reflektieren und zu überdenken, was gerade im Leben Mehrwert bringt und was nicht. Über die Wintermonate können sich Gewohnheiten eingeschlichen haben, die uns eigentlich gar nicht gut tun – wie zum Beispiel mehr Zeit am Handy zu hängen. Kennst du das? Ich auf jeden Fall schon. Und damit soll jetzt Schluss sein (oder es soll zumindest weniger Zeit in Anspruch nehmen)

So gehst du vor:

Überstürzte erstmal nichts und geh es langsam an. Nimm dir Zeit zum Reflektieren. Vielleicht willst du in deinem Lieblingscafé mit Kaffee, leckerem Kuchen und deinem Notizbuch nachdenken. Oder du setzt dich auf deinen Balkon in die Sonne – oder machst es dir sonst wo bequem. Ich würde dir aber auf jeden Fall empfehlen, etwas zum Schreiben dabei zu haben (digital oder analog). Dann überlege dir, was grade so los ist bei dir. Welche Dinge sind dir aufgefallen, welche Gewohnheiten etc. Erst wird gesammelt und noch nicht gewertet.

Wenn du damit fertig bist, schau nochmal drüber – das ist quasi dein Frühjahrsputz und der Putzplan. Fehlt dir etwas? Zeit für dich? Eine Selbstfürsorge-Praxis beispielsweise? Du kannst ruhig mehrere Dinge notieren, aber ich würde dir dann empfehlen, dich auf eine Sache zu konzentrieren. Oder du möchtest mit einer Gewohnheit brechen, dann widme dich dem. Wie kannst du ganz einfache, kleine Schritte etablieren, um dich auf diesem Weg zu unterstützen? Starte lieber zu klein als zu groß.

Wenn du beispielsweise meditieren möchtest, dann reichen 3 Minuten am Anfang völlig aus. Du kannst die Zeit dann immer noch ausbauen. Oder du willst nicht mehr am Schreibtisch essen? Dann überlege dir Alternativen, wie zum Beispiel ein Hörbuch, das du stattdessen hörst, um den Übergang weg vom Bildschirm einfacher zu gestalten. Sorge selbst vor, welche Hürden es geben könnte und wie du sie bezwingen kannst. Unterstützte deine psychische Gesundheit, wo du kannst.

Social Media aufräumen

Ein weiterer Ort, dem wir einen Frühjahrsputz unterziehen können, sind die sozialen Netzwerke. Gibt es dort Accounts, die keinen Mehrwert mehr für dich haben? Du aber auch Accounts können sich verändern, also entfolge all jenen, die dir nicht unmittelbar ein gutes Gefühl geben. Wenn du einen Schritt weiter gehen möchtest, kannst du dir auch überlegen, ob du manche Apps nicht komplett von deinem Handy löschst, als eine Art digital Detox. Im Frühjahr fällt mir so etwas deutlich leichter, weil ich ohnehin mehr Lust habe, nach draußen zu gehen und weniger drinnen am Handy zu hängen.

Du kannst auch reflektieren, wie viel Zeit du auf diesen Apps verbringst und ob du damit zufrieden bist. Diese Apps machen es uns ja auch wirklich sehr einfach, stundenlang am Handy zu hängen. Aber damit verbringen wir weniger Zeit mit anderen Tätigkeiten, wie Lesen oder Zeit mit unseren Liebsten. Du kannst zum Beispiel überlegen, statt jeden Abend eine Serie oder einen Film zu schauen, auch mal analoge Dinge auszuprobieren. Verabrede dich doch mal zum Spieleabend oder zum Basteln oder Stricken. Heutzutage kann man alles auf YouTube lernen oder du buchst dir einen Kurs und lernst dadurch auch ein neues Hobby kennen.

Routinen überprüfen

Ich bin mir sicher, es gibt Routinen in deinem Leben. Vielleicht sind sie dir gar nicht so bewusst, aber oft entdecken wir dann zum Beispiel nach dem Aufstehen jeden Tag ähnliche Abläufe. Ich habe in den letzten Wochen versucht, morgens ab und zu Bewegung auf der Matte zu integrieren und das hat richtig Spaß gemacht. Manche Teile unserer Routine müssen nicht jeden Tag stattfinden, sondern einfach ein paar Mal die Woche. Das kann den Druck rausnehmen.

Also reflektiere für dich, wo sich ein roter Faden durch deinen Tag zieht. Wenn du merkst, dass du zum Beispiel gleich nach dem Aufstehen auf dein Handy schaust, obwohl du das nicht möchtest, könntest du auch mit deinen Routinen ein wenig aufräumen und sie einem Frühjahrsputz unterziehen. Ähnlich wie bei der inneren Reinigung kannst du im ersten Schritt überlegen und reflektieren, welche Routinen es gibt und ob du damit zufrieden bist. Dann integriere nach und nach neue Abläufe in deinen Alltag.

Wichtig ist es auch hier, dich zum einen zu gedulden und zum anderen wirklich genau zu wissen, warum du dir etwas wünschst. Denk daran, wie es dir zum Beispiel geht, wenn du erst später zu deinem Handy greifst und davor beispielsweise kurz meditiert hast. Das ist oft der stärkste Faktor, wenn es um erfolgreiche Veränderung geht.

Zusammenfassung

Nicht nur die Wohnung, sondern auch unsere psychische Gesundheit dankt es uns, wenn wir sie einem Frühjahrsputz unterziehen. Wir können uns grade im Frühjahr, aber auch das ganze Jahr über, diese neue Energie und diesen Aufschwung, den auch die Natur nach außen trägt, nutzen, um sie in ein wenig Veränderung zu stecken. Das können Kleinigkeiten sein, wie in unseren sozialen Netzwerken ein wenig aufzuräumen oder ab und zu an die frische Luft zu gehen.

Das kann aber auch ein größerer Schritt sein, indem wir beispielsweise Gewohnheiten und Routinen reflektieren und an unsere Bedürfnisse anpassen. Ich würde dir aber wirklich ans Herz legen, dir gut zu überlegen, was für DICH Mehrwert hat, und nicht, was andere von dir erwarten, denn du weißt am besten, was dir guttut. Und denk daran, kleine Schritte haben oft große Auswirkungen.

Viel Erfolg mit deinem mentalen Frühjahrsputz!

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