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Wirken Affirmationen wirklich?

Affirmationen und Intentionen begegnen uns gerade auf der eher spirituellen Seite des Lebens immer wieder. Doch was genau bewirken sie eigentlich und wie können wir sie wirklich effektiv in unseren Alltag einbauen? Das alles erfährst du hier.

Was sind Affirmationen?

Das Wort „Affirmation“ kommt aus dem Lateinischen und bezieht sich auf „firmare“, was so viel wie „fest machen“ bedeutet. Mit einer Affirmation kann ich also beispielsweise eine Idee oder eine Vorstellung verinnerlichen. Nehmen wir mal an, ich möchte gerne glücklich und zufrieden leben – wer möchte das denn schließlich nicht? Eine Affirmation, die das anstrebt, könnte zum Beispiel die Form einer Visualisierung annehmen. Also, dass ich mir verbildliche, wie dieses glückliche und zufriedene Leben aussehen könnte. Vielleicht sehe ich mich in der Natur sitzen und in aller Ruhe ein Buch lesen.

Das kann dabei helfen, dass ich mir klar werde, was ich will und im Zuge dessen auch mein Handeln beeinflussen. Diese Affirmation kann mich auch leiten, wenn ich berufliche Entscheidungen treffe, etwa, wenn ich zwischen Zufriedenheit oder mehr Gehalt entscheiden müsste. Aber es gibt noch einen anderen Begriff, der oft mit Affirmation im selben Atemzug genannt wird, der uns ebenfalls mental weiterhelfen kann: die Intention. Auch das Wort „Intention“ hat eine lateinische Wurzel, die auf „intendere“ zurückzuführen ist, was mit „auswirken“ oder „weit reichen“ übersetzt werden kann.

Die Intention ist etwas, das ich mir beispielsweise als Beweggrund für den Tag setze. Vielleicht fühle ich mich gerade gestresst und setze mir die Intention, bewusst zu sein und bei mir zu bleiben. Daran kann ich mich dann auch immer wieder im Laufe des Tages erinnern. Im Idealfall hilft mir diese achtsame Praxis dabei, mein Bewusstsein zu schulen und die Aufmerksamkeit an den richtigen Platz zu bringen. Sie erinnern uns ein wenig an positive Glaubenssätze, mit denen wir alte, negative Glaubenssätze austauschen wollen.

Richtig Intentionen setzen

Das alles ist ja schön und gut, aber wie kann man das denn jetzt in die Praxis umsetzen? Vorher musst du dir überlegen, was du für ein Typ bist, wenn es um so etwas wie Intentionen geht. Bevorzugst du beispielsweise eher Bilder und Metaphern, oder magst du es lieber schriftlich oder etwa meditativ-reflektorisch? Das alles beeinflusst, inwiefern du dein Bewusstsein auf einen bestimmten Weg schickst.

Wenn du das herausgefunden hast – und hör hier einfach auf deine Intuition oder probiere verschiedene Methoden aus – dann überlege dir im zweiten Schritt, was dir wichtig ist. Willst du eher langfristige Ziele setzen oder mehr spontan und im Moment schauen, was du brauchst? Weiter unten findest du ein paar Ideen, wie du alltägliche Affirmationen verfassen und verinnerlichen kannst.

Bilder und Metaphern

Bist du eher der bildliche Typ, könnte die Methode der Visualisierung gut zu dir passen. Stell dir im Zuge dessen vor, was du dir wünschst. Das kann beispielsweise eine ruhige Wiese sein, wenn du dir morgens innere Ruhe wünscht, also eine Art Metapher. Das kann aber auch ein konkretes Leben oder eine Lebensweise sein, wenn du dir in diesem Bereich Veränderung wünschst.

Ich empfehle dir bei Bildern nicht zu sehr zu idealisieren und auch realistisch zu bleiben. Beziehungsweise, dir im Klaren darüber zu sein, dass dein Leben wahrscheinlich nie genau diesen Bildern entsprechen wird, denn Realität ist manchmal doch ein wenig anders. Aber eine bildliche Intention kann dich dabei unterstützen, dir im Klaren darüber zu werden, was für dich wirklich wichtig ist.

Wort und Schrift

Du bevorzugst so etwas wie Journaling oder To-Do-Listen gegenüber Bildern? I’ve got you! Ganz plakativ kannst du dir deine jeweilige Intention für den Tag aufschreiben und auf deinen Bildschirm oder Spiegel kleben. Das erinnert dich, wenn der Blick mal wieder wandert, an das, wo du deine Aufmerksamkeit bewusst hinleiten wolltest.

Eine andere Möglichkeit, eher unbewusst Affirmationen zu setzen, ist zu journaln. Also, beispielsweise, dich zu fragen, was für dich gerade wirklich wichtig ist. Was hat Priorität und was leitet dein Handeln vielleicht über die nächsten Stunden oder Tage? Wenn du Journaling mit Yin Yoga verbinden möchtest, habe ich genau die richtige Praxis für dich.

Denken und meditieren

Du bist eher im Kopf unterwegs und meditierst gerne? Auch hier haben wir Raum für Intentionen und Affirmationen. Wenn du etwa morgens meditierst und dabei dein Innenleben erkundest, kannst du dich hier auch fragen, was gerade dein Bedürfnis ist oder was dir guttut. Dabei legst du nicht nur fest, was für dich wegweisend ist, sondern passt das auch an deine momentanen Bedürfnisse an.

Reflektieren und Nachdenken sind aber auch Arten einer Meditation, was du wahrscheinlich öfter tust, als dir bewusst ist. Wohin gehen deine Gedanken meistens? Hängst du eher in der Zukunft oder Vergangenheit herum – oder schweifen sie von dem ab, was du eigentlich tun möchtest oder musst? Das, was du in dem Moment bemerkst, kann dir dabei helfen, deine individuelle Affirmation zu setzen – also etwas „Ich will achtsamer arbeiten und dafür weniger Zeit insgesamt arbeiten“.

Alltägliche Möglichkeiten der Affirmation

Wie könnte das alles jetzt konkret aussehen? Hier sind ein paar Affirmationen (A) und Intentionen (I), die gut in deinen Alltag passen könnten. Du kannst sie aufschreiben, innerlich aufsagen oder sie dir auch bildlich vorstellen. 

  • Ich kenne meine Bedürfnisse (A) – heute habe ich besonders das Bedürfnis nach Ruhe (I)
  • Ich brauche regelmäßige Pausen (A) – ich nehme mir heute regelmäßig Pausen (I)
  • Mein Körper kennt seine Grenzen (A) – heute mache ich lieber weniger, da mein Körper schon etwas verspannt ist (I)
  • Ich bin liebevoll und wer mich nicht mag, passt auch nicht zu mir (A) – ich werde nicht mehr Menschen nachlaufen, die meinen Wert nicht kennen (I)
  • Liebevolle Bewegung ist wichtig für meinen Körper A) – ich werde meinem Körper achtsame Bewegung schenken (I)

Du hast noch mehr Ideen? Schreib sie mir gerne in die Kommentare!

Die Grenze erkennen

Bei eher spirituellen Themen ist es mir ein besonderes Anliegen über die Grenzen der Thematik zu sprechen. Affirmationen lösen selbstverständlich nicht alle Probleme. Wir können uns auch nicht aus einer psychischen Erkrankung raus-intendieren oder sind gänzlich unser Glückes Schmied. In der spirituellen Blasen werden sehr oft vermeintliche, einfache Methoden als Allheilmittel verkauft.

Yoga zählt aber auch irgendwo dazu, deshalb kann ich mich auch nicht ganz von der Eso-Spiri-Welt freisprechen – aber ich kenne ihre bzw. meine Grenzen. Intentionen können ein wirklich einfaches Tool sein, das Bewusstsein zu lenken und zu schulen. Zu Beginn meiner Yogastunden biete ich auch immer an, dass sich meine Teilnehmenden eine Intention setzen KÖNNEN, wenn sie das wollen. Oder sie lassen die Stunde einfach auf sich zukommen, was genauso wertvoll sein kann.

Das Leben steht und fällt nicht mit Affirmationen. Ich arbeite auch nicht tagein, tagaus damit. Aber manchmal hilft es mir als eine Form von Achtsamkeitspraxis, mir nochmal vor Augen zu führen, was gerade wichtig ist. Und dafür bin ich sehr dankbar.

Zusammenfassung

Affirmationen dienen dazu, unser Bewusstsein auf ein konkretes Thema zu fokussieren. Das können wir anhand von Bildern, Worten oder auch Meditation verinnerlichen. Wichtig ist, dass wir uns den Raum geben, für uns wichtige Themen als Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit zu setzen.

Intentionen sind aber auch kein Allheilmittel. Sie können uns unterstützen, aber sie werden nicht ausreichen, um uns aus einer Krise wieder rauszuholen. Dafür braucht es richtige Unterstützung von außen. Wenn wir all das beachten, können wir uns mit Hilfe von Affirmationen aber kleine Akzente setzen und uns vor Augen führen, was wirklich wichtig ist.

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