Die weihnachtlichen Feiertage sind gezeichnet von Familienfeiern, Kerzenlicht, Geschenken und fröhlichem Beisammensein. Was ist der Klebstoff, der all das verbindet? Essen – und zwar ganz schön viel davon. Nicht selten stehen wir vom Tisch auf, müssen den Hosenknopf öffnen und erstmal auf die Couch ziehen um zu verdauen. Dann kommen die Schuldgefühle und der Vorsatz, dass wir morgen gleichmal joggen gehen, um die Kalorien zu verbrennen. Der Kommentar der Tante über dein Essverhalten und Körperbild nagt auch noch immer an dir. Zusammengefasst: Intuitiv Essen kommt in diesen Tagen oft besonders kurz. Wie du das ändern kannst und dich dafür schützt, in die nächste Diätfalle zu tappen, erfährst du hier.
Iss ausreichend – ja, wirklich
Zu den Feiertagen gibt es oft ausgiebige Mahlzeiten mit mehreren Gängen, dazwischen werden Kekse gereicht und der Alkohol kommt auch nicht zu kurz. Für viele ist Weihnachten und Neujahr daher eine Zeit, wo sie durchaus über eine angenehme Sättigung hinaus essen oder auch normalerweise „verbotene“ Lebensmittel und Mahlzeiten zu sich nehmen – und davon auch nicht wenig. Wenn beispielsweise abends ein großes Essen mit der Familie bevorsteht, wird davor gerne mal gefastet, um die Kalorien zu sparen. Das geht aber meistens nach hinten los.
Kennst du das, wenn dein Hunger so groß ist, dass du erstmal deinen Teller mit allem befühlst, was du zu greifen bekommst und so schnell wie möglich isst? Das ist das Ergebnis, wenn wir zu hungrig essen. Ja, du hast richtig gelesen, denn es gibt auf der Hunger-Skala einen angenehmen Punkt, wo wir zwar hungrig sind, aber auch nicht panisch werden, wenn das Essen noch 10-15 Minuten auf sich warten lässt. Wenn wir aber den ganzen Tag gefastet haben, ist der Hunger am Abend dann richtig groß und wir essen über das Sättigungsgefühl hinaus. Danach fühlen wir uns unangenehm voll, träge und einfach nicht gut. Kennst du dieses Gefühl? Keine Sorge, damit bist du nicht alleine.
Was kannst du dagegen tun? Zum einen den Tag über ausreichend essen. Wenn du merkst, du wirst ein bis zwei Stunden vor dem großen Event schon sehr hungrig, mach dir einen kleinen Snack, wie ein Brot mit Belag. Kalorien Sparen funktioniert in diesem Sinne sowieso nicht, weil wir oft mehr Essen als, wenn wir davor einfach ausgewogen gefrühstückt hätten. Außerdem ist Essen mehr als nur Kalorien (was übrigens eine Energieeinheit ist und damit auch lebensnotwendig). Ein weiterer Grund für diese kleinen Essanfälle ist unser Verhältnis zum Essen und ein wahrscheinlich zu rigides und strenges Essverhalten. Das ist etwas, das intuitives Essen uns aufzuarbeiten lehrt.
Denke in globalen Dimensionen
Viele Personen stressen diese paar Tage zwischen Weihnachten und Neujahr enorm, weil wir da vielleicht üppiger als sonst essen und sie Sorge haben, damit unsere Gesundheit zu gefährden. Aber, wenn wir das mal in Zahlen rechnen, dann sind es vom 24.12. bis 31.12. grade mal acht Tage. Auf das Jahr gerechnet sind das nicht mal 3 Prozent. Wirtschaftlich könnte man das also statistisch nicht signifikant bezeichnen. Auch der ganze Dezember ist nur 1/12 des Jahres, also auch keine wirklich so große Prozentzahl.
Darum lohnt es sich, in dieser Hinsicht in globalen Dimensionen zu denken und nicht einzelne Tage zu bewerten. Ein Tag beeinflusst die Gesundheit sowieso nicht. Wenn wir allerdings ein schwieriges oder gar gestörtes Verhalten zu Essen haben, kann das natürlich etwas schwieriger sein und wir sind wahrscheinlich auch anfälliger für solche negative Gedanken.
Die Angst, die Gesundheit in diesen Tagen zu gefährden, sollte aber wirklich kein Grund sein, die saisonalen Köstlichkeiten auszuschlagen – schließlich gibt es Plätzchen nur zur Weihnachtszeit. Auf der anderen Seite sollte das aber auch kein Grund sein, etwas zu essen, nur weil wir es sonst nie bekommen, wenn die Lust oder der Hunger darauf fehlen. Beides ist intuitives Essen.
Setze Grenzen
Wenn in deinem Bekannten- und Familienkreis vor allem jene Kommentare zu Essen und Körperbildern überhandnehmen, dann kann es hilfreich sein, klare und deutliche Grenzen zu setzen. Wir können andere Menschen nicht verändern oder kontrollieren, aber wir können kommunizieren, wann es uns zu viel wird. Und sobald du dich mehr mit intuitiv Essen auseinandersetzt, wird dir auffallen, dass die Diätkultur leider wirklich allgegenwärtig ist. Was wir vielleicht ursprünglich als Besorgnis um die Gesundheit wahrgenommen haben, wird nun als fettphobischer Kommentar enttarnt. Ein lustiger Spruch ist dann doch ein deutlicher Seitenhieb, oder gar eine Beleidigung. Sowas musst und solltest du nicht ertragen.
Manche Menschen können durchaus aufgeschlossen sein, wenn du ihnen neutral oder auch freundlich mitteilst, dass dich dieses Thema belastet und du darüber nicht reden möchtest. Andere fühlen sich davon wiederum angegriffen oder sind sogar beleidigt und verfallen in die Opferrolle. Das sehen wir leider häufig, wenn es um Diskriminierung oder andere gesellschaftsrelevante Themen geht. Wenn du also nicht das Glück hast, auf ein aufgeschlossenes Gegenüber zu treffen, hast du trotzdem noch andere Möglichkeiten, deine Grenzen aufrecht zu erhalten.
Zum einen kannst du versuchen, das Thema zu wechseln. Am besten fragst du die Person, die irgendetwas kommentieren musste, zu ihrem Leben, weil sie offenbar Redebedarf hat. Oder du erzählst irgendetwas von dir, fragst die Menschen nach ihrem Lieblings-Weihnachtsfilm oder sprichst klassisch über das Wetter. Wenn das nicht klappt oder du nicht der Typ dafür bist, kannst du auch immer auf die Toilette gehen und dich dort sammeln, warten und hoffentlich zurückkehren, wenn das Thema gewechselt wurde.
Bau dir einen Notfallkoffer
Gehen wir aber mal vom Worst-Case-Scenario aus und dich hat das Essen oder dein Bekanntenkreis getriggert. Vielleicht hast du auch den Kontakt zu deinem Körper und damit auch zu Hunger- und Sättigungsgefühl verloren. Wie dem auch sei, ich würde dir präventiv empfehlen, einen kleinen Notfallkoffer zu packen. Das ist dein Anker, wenn es dir grade nicht gut geht und du den Kontakt zu deiner*m intuitiven Esser*in temporär verloren hast.
Dein Koffer beinhaltet beispielsweise Übungen, die dir in der Vergangenheit geholfen haben. Eine Sache, die ich gerne mache, ist ein Glas mit körperneutralen und wertschätzenden Mantras griffbereit zu haben. Wenn es mir schlecht geht, kann ich da reingreifen und einen Spruch herausziehen, der mich wieder aufbaut. Damit könntest du zum Beispiel auf meditieren. Oder du schreibst vor den Feiertagen einen Brief an dich, der dich wieder auf deinen richtigen Weg zurückbringt. Wenn Bewegung und Körperwahrnehmung dir helfen, kannst du auch zum Beispiel Lesezeichen auf ein paar Yogavideos oder andere Übungen setzen, damit du auch das griffbereit hast.
Darüber hinaus sollten ausreichend Schlaf, Entspannung und Achtsamkeit allgemein sowieso zu deinem Notfallkoffer gehören. Denn wenn wir beispielsweise gestresst sind, sind wir auch anfälliger für negative Kommentare von außen oder die eigenen kritischen Glaubenssätze.
Such dir eine*n Verbündete*n
Nichts kann so wohltuend sein, wie sich mit jemandem auszutauschen, der einen versteht. Leider sind das oft nicht die Menschen aus der eigenen Familie, aber das ist auch in Ordnung. Im digitalen Zeitalter sind unsere Seelenverwandten ja oft nur einen Knopfdruck entfernt. Wenn du jetzt schon weißt, dass die Zeit bei deiner Familie oder deinen Bekannten herausfordernd sein wird, dann sprich dich doch mit einer Person ab, die dich auf deiner Reise begleitet und intuitiv Essen auch befürwortet oder gar praktiziert.
So kannst du dieser Person dann zwischendurch eine Nachricht schreiben, wenn du mal Unterstützung brauchst oder auch einfach mal Dampf ablassen möchtest. Ich biete das zum Beispiel auch meinen Klient*innen an, ich bin quasi eine Art Tagebuch für sie und sie fühlen sich dadurch gehört und verstanden. Manchmal kann es helfen, einfach ein Ventil für die eigenen Gefühle zu haben. Damit kann dieser Kontakt zu deiner verbündeten Person eine schöne Ergänzung zu deinem Werkzeugkoffer sein.
Ich würde dir allerdings davon abraten, das als einzige Maßnahme zu wählen. Denn, wenn wir uns nur auf andere verlassen, können wir auch enttäuscht werden. Was ist, wenn deine Person grade keine Zeit hat, zu sprechen, was ja während der Feiertage auch vorkommen kann. Versuche also, deine Erwartungen diesbezüglich niedrig zu halten.
Buche einen Gruppenkurs zu intuitiv Essen
Wissen ist Macht. Wünscht du dir, richtig gute Argumente auf fettphobische Kommentare und Sprüche der Diätkultur bereitzuhalten und gleichzeitig deine Beziehung zu Körper und Essen zu heilen? Dann ist mein Gruppenkurs zu intuitivem Essen vielleicht genau der Richtige für dich. Der Austausch mit Gleichgesinnten, die auf einer ähnlichen Reise sind, ist dabei besonders wohltuend und die Gruppe bietet einen sicheren Raum für Austausch, Erfahrung und Input.
Wenn dich dieser Inhalt angesprochen hat, dann kannst du in Erwägung ziehen, ob du meinen nächsten Intuitiv Essen Gruppenkurs besuchen möchtest. Dort gehen wir in die Tiefe, lösen alte Verhaltensmuster und Denkweisen auf und schaffen Raum für gewichtsneutrales Wissen und intuitives Essen. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, Frieden mit Essen und dem Körper zu schließen und endlich diätfrei zulegen. Setz dich einfach auf die unverbindliche Warteliste und die wirst über die nächste Infoveranstaltung, Boni und Rabatte informiert.