Wer wäre nicht gerne ein wenig zufriedener und glücklicher – und nicht nur im Urlaub oder am Wochenende, sondern eben im Alltag. Zufriedenheit und Glückseligkeit sind nämlich nicht an externe Faktoren gebunden, sondern kommen eigentlich von uns selbst. Darum möchte ich gerne mein 5 Tipps und Tricks mit dir teilen, wie du allgemein zufriedener und glücklicher durchs Leben gehen kannst.
1. Finde dein Dharma
Hast du schon mal von dem Wort „Dharma“ gehört? Der Begriff leitet sich von dem Sanskrit-Wort Wurzel (dhr) ab – damit beschreibt „Dharma“ quasi unsere Bestimmung, unseren Lebenssinn und gilt im Hinduismus und Buddhismus auch als eine Art Wahrheit. Es ist der Grund, warum wir morgens aufstehen und eben auch Freude an unserem Alltag haben.
In der heutigen Welt denken wir bei unserem Dharma wahrscheinlich zuerst an den Beruf – immerhin nimmt dieser bei den meisten einen sehr großen Teil unserer Zeit ein. Und für viele ist das auch genau der Punkt, an dem es mit Zufriedenheit aufhört. Wenn das auf dich zutrifft, dann habe ich hier zwei Fragen an dich: Meinst du, du wärst in einem anderen Job glücklicher? Wenn ja, dann würde ich dir ans Herz legen, den mutigen Schritt zu wagen und dir etwas anderes zu suchen.
Oder hast du das Gefühl, dass es eher an dir liegt oder beispielsweise an dem Maß der Stunden, die du auf der Arbeit verbringst? Dann würde ich auf der einen Seite versuchen, die Stunden zu reduzieren, wenn das möglich ist. Auf der anderen Seite, und das finde ich einen wirklich wichtigen Punkt, würde ich dir empfehlen, etwas Schönes, Tiefgründiges oder Erfreuliches an deiner Arbeit zu finden. Was hat dich ursprünglich an der Arbeit interessiert? Kannst du die Blickweise auf manche Tätigkeiten ändern und so für mehr Freude sorgen?
Natürlich sagt sich das so leicht – aber wenn du wirklich unzufrieden auf deiner Arbeit bist, warum probierst du es nicht mal aus? Gleichermaßen können wir unser Dharma auch auf unsere Rolle in der Familie anwenden, oder auch, wenn es um unsere Hobbys geht. Hier kann unser Dharma wirklich eine gute Antwort auf viele Fragen sein, die sich uns im Alltag stellen – und so für mehr Glückseligkeit sorgen.
2. Praktiziere regelmäßig Dankbarkeit
Journaling wird oft als das Wundermittel gegen alles vorgeschlagen und, ganz ehrlich, es hat auch einfach so viele Vorteile. Eine Möglichkeit, wie Journaling dir zu mehr Glückseligkeit verhelfen kann, ist, indem du dich auf die Praxis der Dankbarkeit konzentrierst. Wenn du dir beispielsweise jeden Tag, etwa am Schreibtisch bevor du deinen Arbeitstag startest, zum Feiertag oder vor dem Schlafengehen einfach angewöhnst, drei Dinge zu notieren, für die du dankbar bist, kann sich das nachhaltig positiv auf dein Zufriedenheitsempfinden auswirken.
Mit einem Dankbarkeitsjournal (sei das in Form eines Google Docs, einer Notiz auf dem Handy oder eines klassischen Notizbuchs) lernst du, jeden Tag für irgendetwas dankbar zu sein. Manchmal werden das vermeintlich banale Dinge sein, wie Sonnenstrahlen am Morgen, der erste Kaffee des Tages, ein gesunder Körper, Freundschaften, etc. Es sind aber eben genau diese allgegenwärtigen Dinge, die unser Leben oft ausmachen. Vielleicht fällt es uns leichter, Dankbarkeit im Urlaub unter Palmen zu empfinden, aber was nützt und das, wenn wir die restlichen 47 Wochen unglücklich am Arbeitsplatz sind?
Hier kannst du gleich mal eine Achtsamkeits- beziehungsweise Dankbarkeitspraxis für dich kultivieren:
Nenne 3 Dinge, für die dankbar bist
Nenne 3 Dinge, auf die du dich heute freust
Nenne 3 Dinge, die heute schön waren
Probier es doch mal für ein Monat aus und gib mir dann Feedback, ob es sich auch auf andere Aspekte deines Lebens ausgewirkt hat.
3. Kultiviere Santosha
Santosha ist Teil der yogischen Philosophie und zählt zu den Niyamas, den ethischen Richtlinien nach innen. Santosha lehrt uns, im Hier und Jetzt zufrieden und glücklich zu sein, ohne an irgendwelchen Zielen anzuhaften, die wir möglicherweise nie oder erst viel später erreichen werden. Mit Santosha können wir zwar anerkennen, dass wir vielleicht noch nicht genau an dem Punkt sind, wo wir mal sein wollen, aber das soll uns nicht daran hindern, jeden Schritt unserer Reise zu schätzen und für ihn dankbar zu sein.
Santosha kann bedeuten, sich im Spiegel beim Händewaschen auf der Toilette kurz ein Lächeln zu schenken. Es kann bedeuten, mal eben das Gesicht in die Sonne zu halten und den Moment zu genießen. Oder einfach mal herzlich mit Freund*innen zu lachen. Mit Santosha lernen wir, die kleinen Momente zu genießen und uns an ihnen zu erfreuen. Wir erkennen auch an, dass wir es schon weit geschafft haben, denn auf unserer Reise des Lebens vergessen wir manchmal, uns umzudrehen und den Weg zu verinnerlichen, der bereits hinter uns liegt.
4. Hinterfrage deine Glaubenssätze
Vielleicht liegt deiner Unzufriedenheit auch ein Glaubenssatz zugrunde. Oder du fühlst dich schuldig, glücklich und zufrieden zu sein, wenn es anderen beispielsweise schlecht geht oder du nicht das getan hast, was du dir vorgenommen hast. Natürlich ist es absolut wichtig anzuerkennen, in welch privilegierter Position viele von uns sind. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns deshalb den ganzen Tag für unser Glück schämen müssen – denn es ist auch wichtig, dass wir uns dessen bewusst sind.
Möglicherweise liegt der Grund für deine Unzufriedenheit auch noch tiefer. Vielleicht denkst du, dass du es einfach nicht verdient hast, glücklich zu sein. Das muss sich nicht nur aufs Glück beziehen, sondern der Glaubenssatz, der dahinter steckt, kann auch lauten: „Ich habe es nicht verdient, geliebt zu werden“. Viele unserer eher spezifischen Glaubenssätze lassen sich oft auf einen eher allgemeinen Glaubenssatz zurückführen.
Wenn du dich angesprochen fühlst, dann könntest du tiefer in die Innere-Kind-Arbeit eintauchen oder darüber mit deinem Therapeuten oder deiner Therapeutin sprechen. Ich fand die Ergebnisse meiner Arbeit zu Glaubenssätzen auf jeden Fall sehr bereichernd und es hilft mit heute noch, meine negativen Gedanken einzuordnen.
5. Entdecke Alltagsachtsamkeit
Für viele ist der Alltag oft eins: hektisch. Wenn das auch auf dich zutrifft, dann würde ich dir gerne den Begriff der „Alltagsachtsamkeit“ vorstellen. Das sind kleine Gewohnheiten oder Routinen, die kaum Zeit beanspruchen, aber in ihrer Summe eine große Wirkung haben können.
Ein besonders starkes Tool ist unser Atem. Den können wir bewusst heranziehen, um wieder mehr zu unserer Mitte zu finden und eine kleine Auszeit aus dem Alltag zu schaffen. Das kann eine kleine Atempause auf der Toilette sein (ein wunderbarere Ort für sämtliche, kleine Techniken wie Atempausen oder Spiegel-Lächeln), ein Seufzer auf dem Balkon oder auch ein Art Atem-Ritual, um nach der Arbeit runterzukommen. Wenn du tiefer in die Welt des Atems eintauchen willst, dann hab ich hier ein Video für dich.
Hier sind noch ein paar Ideen für mehr Alltagsachtsamkeit:
- Nutze kleine Botengänge um einfach mal deine Gedanken zu beobachten
- Mini-Gehmeditation – nimm die letzten Schritte vor dem Büro oder deinem Zuhause ganz bewusst war
- Wenn dir alles zu viel wird, schließ für einen Moment die Augen (und auch Ohren) und atme ein paarmal durch
- Schau aus dem Fenster und formuliere innerlich, was du siehst
- Versuche wenn möglich nicht vor dem Bildschirm zu essen
Zusammenfassung für mehr Zufriedenheit
Nun kennst du meine 5 Tipps und Tricks, die dir dabei helfen können, mehr Glückseligkeit im Alltag zu kultivieren. Ich bin großer Fan von kleinen Gewohnheiten, die nicht wirklich viel Zeit beanspruchen, aber dafür eine umso größere Wirkung haben können. Ein erster Schritt für mehr Glückseligkeit kann sein, dein Dharma zu finden, also eine Art Sinn des Lebens oder deine Wurzel. Dann kann dich zudem eine regelmäßige Dankbarkeits-Praxis wie die des Journalings dabei unterstützen, dem Allgegenwärtigen gegenüber Freude zu empfinden.
Ebenfalls wie Dharma kann uns Santosha Zufriedenheit aus einer yogischen Perspektive lehren und uns dabei helfen, im Hier und Jetzt zufrieden zu sein. Sollte der Grund für eine unzufriedene Haltung aber ein negativer Glaubenssatz sein, der schon lange in uns einprogrammiert wurde, dann können wir dem beispielsweise mit Innerer-Kind-Arbeit auf den Grund gehen. Zuletzt helfen uns kleine Momente der Alltagsachtsamkeit, wie Atempausen oder achtsame Spaziergänge dabei, mehr eine innere Zufriedenheit zu entwickeln.
Ich hoffe, diese Tipps waren hilfreich für dich. Vielleicht möchtest du deine Gedanken mit mir in den Kommentaren teilen? Ich bin gespannt zu hören, was du denkst.