Die Weihnachtszeit, geprägt von Liebe und Geschenken, bietet die ideale Gelegenheit, um bewusste Entscheidungen zu treffen und nachhaltige Traditionen zu etablieren. Auch wenn das Weihnachtsfest eher für Konsum und Verpackungsmüll steht, können wir hier mit kleinen Tipps und Tricks etwas Gutes für den Planeten und unsere Mitmenschen tun. Hier findest du sieben ausführliche und nachhaltige Geschenkideen, wie du deine Geschenke in diesem Jahr nicht nur liebevoll, sondern auch umweltfreundlich gestalten kannst.
1. Nachhaltige Verpackung
Ein Geschenk startet bei der Verpackung – also zumindest, bei deinem Gegenüber. Die Wahl der Verpackung spielt eine ebenso entscheidende Rolle für die Umweltfreundlichkeit deiner Geschenke wie das Verpackte selbst. Während der Klassiker dafür Geschenkpapier ist, habe ich ein paar nachhaltigere Ideen:
- Zeitungspapier: Nutze alte Zeitungen, um dein Geschenk zu verpacken. Hier kannst du deine Verpackung auch personalisieren, indem du eine Zeitung oder einen Abschnitt auswählst, den dein Gegenüber besonders mag.
- Geschenkpapier wiederverwenden: Wenn du alte Verpackungen schonend auspackst, kannst du es oft wiederverwenden. Gerade Geschenkband oder Tüten können oft mehrmals Freude schenken.
- Japanisch Einpacken: Furoshiki ist eine japanische Verpackungsmethode, wo ein Tuch das Geschenk vor neugierigen Augen schützt. Vielleicht ist ein Tuch – Geschirrtuch, Halstuch oder auch eine Decke – ja ohnehin Teil deines Geschenks und du kannst es gleich als Verpackungsmaterial nutzen.
Wenn du es bislang gewohnt warst, immer neues Geschenkpapier zu kaufen, ist das vielleicht Neuland für dich. Verpackungen sind zwar für die optische Wirkung des Geschenks wichtig, aber haben eigentlich einen reinen zeremoniellen Wert, sodass sich hier auch ein bisschen die Notwendigkeit in Frage stellen lässt. Zum Glück hast du jetzt ein paar Idee, wie du auch hier nachhaltiger unterwegs sein kannst.
2. Frag dein Gegenüber
Eine Überraschung ist zwar oft schön, aber nicht immer zielführend. Und wenig Dinge sind unnachhaltiger, als Geschenke, die nie genutzt werden und quasi umsonst produziert wurden. Wenn du dir also unsicher bist, frag die beschenkte Person am besten, was sie sich wünscht. Wenn du Ideen hast, kannst du ja auch mal ganz unschuldig fragen, was die Person denn von XY hält. Oft denken wir in solchen Momenten gar nicht daran, dass wir gerade nach einem Geschenkwunsch befragt werden.
Nehmen wir beispielsweise an, du weißt, dass sich die Person eine neue Mütze wünscht, die du auch stricken möchtest – dann frag sie nach ihrer Lieblingsfarbe. Oder du zeigst ihr ein Beispiel von dem, was du zu stricken vorhast, und holst dir ganz nebenbei Feedback ein. Du musst ja gar nicht direkt nach einem Geschenkwunsch fragen – aber auch das ist eigentlich keine große Sache. Schließlich sind wir zu Weihnachten oder an Geburtstagen von der Präsenz von Geschenken eher selten überrascht.
3. Schenke Zeit
Zeit ist kostbar, und gerade in der hektischen Zeit rund um Weihnachten wird uns das oft nochmal bewusst. Wie wäre es also, wenn du statt materieller Geschenke deine Zeit verschenkst? Damit verbringen du und die beschenkte Person nicht nur schöne Momente miteinander, sondern kreiert auch gemeinsam Erinnerungen, die euch noch lange im Gedächtnis bleiben werden und die Freundschaft stärken. Du kannst einen Ausflug verschenken, ihr könntet gemeinsam in eine Yogastunde gehen oder du lädst zu einem Abendessen ein. Vielleicht gibt es auch etwas, dass die beschenkte Person von dir immer schon lernen wollte, wie stricken oder nähen, und du organisierst einen kleinen Workshop für sie mit Snack und allem Drum und Dran.
Ich höre oft, dass der Wert solcher Geschenke angezweifelt wird, weil ja wenig Geld ausgegeben wurde. Aber mal ehrlich, ist das der einzige Maßstab, den wir heranziehen, wenn es um den Wert einer Freundschaft geht? Würdest du dich nicht auch viel mehr über ein auf dich maßgeschneidertes Geschenk freuen, als etwas, das zwar mehr Geld gekostet hat, aber weder besonders originell noch individuell ist? Probiere es doch einfach mal aus!
4. Selbstgemachte, nachhaltige Geschenkideen
Selbstgemachte Geschenke strahlen nicht nur Wärme und Persönlichkeit aus, sondern sind auch eine nachhaltige Alternative zu gekauften Produkten. Ob selbstgebackene Plätzchen, gestrickte Mützen oder selbstgemalte Bilder – diese Geschenke sind nicht nur einzigartig, sondern zeigen auch, dass du dir Mühe gemacht hast, um etwas Besonderes zu schaffen. Du hast, ähnlich wie bei Punkt 3., deine Zeit investiert.
Ich mache besonders gerne winterliche Marmeladen, Teemischungen oder eingelegte Sachen wie Salzzitronen oder Kimchi. Der Vorteil daran ist, dass du hier für mehrere Menschen gleichzeitig Geschenke vorbereiten kannst, ohne dass es ihren Wert minimiert. Im Schenken kann ich dann frei kombinieren und eine Karte dazu schreiben. Diese Leckereien eignen sich auch wunderbar als Kleinigkeit, die du mitbringen kannst, wenn du wo eingeladen bist. Stelle aber in jedem vorher sicher, dass die Person das auch mag – oder biete ihr die Option von Punkt 7 an.
5. Spenden statt Schenken
Wie auch das ganze Jahr über sind auch in der festlichen Jahreszeit zahlreiche Menschen und Organisationen auf Unterstützung angewiesen sind. Statt Geld in materielle Geschenke zu investieren, kannst du im Namen der beschenkten Person Geld spenden oder dich gemeinsam ehrenamtlich engagieren. Auch dieses Geschenk passt wahrscheinlich nicht zu allen Menschen, aber es ist trotzdem eine sehr schöne Geste, die nicht nur etwas Gutes zur Gesellschaft beiträgt, sondern auch unseren Planeten unterstützen kann.
Wenn ihr euch gemeinsam wo engagiert, dann könnt ihr auch gleichzeitig Zeit zusammen verbringen. Ich habe beispielsweise im Sommer oft Müll aus den Berliner Kanälen gesammelt, was nicht nur Spaß gemacht hat, da wir im Kajak unterwegs waren, sondern auch wertvoll für die Umwelt war. Das habe ich über Vostel gefunden, aber du kannst auch einfach mal in einer dir bekannten Organisation nachfragen, ob sie Unterstützung brauchen.
6. Erfahrungen als Geschenke
Statt sich auf materielle Geschenke zu konzentrieren, die möglicherweise schnell in Vergessenheit geraten, setze auf Erlebnisse. Konzerttickets, Kochkurse oder Wellness-Gutscheine bieten nicht nur Freude, sondern schaffen auch langanhaltende Erinnerungen. Das sind in diesem Sinne einmalige Geschenke, aber sie bleiben in Erinnerung. Du kannst dafür gemeinsam etwas unternehmen, oder zum Beispiel befreundeten Eltern einen Abend im Spa schenken, während du auf die Kinder aufpasst.
Ich habe für meine Nichten zum Beispiel in der Vergangenheit ein Puppentheater aufgenommen und als Video verschickt oder ein Hörbuch aufgenommen, was für Freude gesorgt hat. Für Freundinnen habe ich auch schon Yogastunden aufgenommen, die ich an ihre Bedürfnisse angepasst habe. All das war quasi nicht wirklich materiell, aber es hat trotzdem immer Freude geschenkt.
7. Gib Raum zum Umtausch
Flexibilität ist der Schlüssel für ein gelungenes Geschenk. Auch wenn der Umtausch von Geschenken etwas tabuisiert ist, weil es ja bedeuten würde, das das Geschenk nicht gefallen hat, ist es trotzdem nachhaltiger, als etwas zu besitzen, was nie benutzt wird oder gar im Müll landet. Wir alle haben unterschiedliche Vorlieben, und es ist wichtig, dass sich der oder die Beschenkte wohl fühlt.
Es ist ja auch möglich, dass sie das Geschenkte bereits besitzen oder sich ihr Geschmack geändert hat. Indem du das nochmal klar kommunizierst, zeigst du nicht nur Respekt für individuellen Geschmäcker, sondern verhinderst auch potenzielle Abfälle durch ungenutzte oder ungewollte Geschenke. Sobald wir das auch normalisieren, ist die Hürde zum Umtausch auch nicht mehr so groß. Wenn du dich aber an Punkt 2 hältst, dann ist die Wahrscheinlichkeit dieses Geschehnisses aber auch geringer – also vielleicht motiviert dich das auch nochmal, die beschenkte Person nach ihren Wünschen zu fragen.
Fazit
Weihnachten kann nicht nur eine Zeit des Konsums, sondern auch der Nachhaltigkeit sein. Durch kleine Veränderungen in der Geschenkeauswahl, der Verpackung und dem Umgang mit Geschenken kannst du nicht nur einen positiven Beitrag zur Umwelt leisten, sondern auch sinnvolle Momente schaffen, die weit über die Festtage hinausreichen. Wenn wir uns bewusst machen, dass Geld und Kaufen kein notwendiger Maßstab für den Wert einer Freundschaft und ihrer Geschenke sind, dann können wir dadurch auch dem Planeten etwas Gutes tun.